2019

 

 

Ruth Campau

FIELDING

 

27. April – 7. juli 2019

 

Eröffnung: Samstag, 27. April,
18.00 Uhr im Caspar-David-Friedrich-Zentrum 

 

 

Die dänische Künstlerin Ruth Campau wurde 1955 auf der Insel Mors geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Kopenhagen und betreibt malerische Feldforschung. Durch ortsbezogene Kombination und Arrangements ihrer Malerei entstehen im Caspar-David-Friedrich-Zentrum in Greifswald Rauminstallationen, in die man eintauchen kann. Farbe, Oberfläche und Licht verschmelzen zu vibrierenden Kompositionen.

Die Frau, die mit dem Besen malt.

Sie glänzen, sie spiegeln, sie ver- und bedecken und schaffen zugleich neue immersive Räumlichkeit. Mal intensiv in ihrer Farbigkeit, mal sanft und zurückgenommen in den Tönen -  Ruth Campaus Arbeiten werfen Fragen auf: Was ist es, das wir hier gerade sehen? Wieso liegt es auf dem Boden? Und was hat das Ganze mit Caspar David Friedrich zu tun?

Ruth Campau, die im Studienort von Caspar David Friedrich, in Kopenhagen, lebt und ar­beitet, betreibt Feldforschung auf dem Gebiet der Malerei. In ihren meist großformatigen Werken experimentiert und forscht sie – beispielsweise mit verschiedenen Malgründen und deren Eigenschaften im Zusammenspiel mit dem Umgebungslicht. Wird das Licht absorbiert? Wird es reflektiert? Oder durchdringt es gar die Farbe? Ebenso lotet sie die Möglichkeiten des Farbauftrags aus. So trägt sie etwa einen einzelnen Farbeton in langen, parallelen Strichen auf einen Malgrund auf. Was im ersten Moment fast maschinell gefertigt wirkt, ist in Wirk­lichkeit das Ergebnis einer nahezu genialen Maltechnik: Ruth Campau malt mit einem Besen! Dieser erlaubt es ihr, große Flächen gleichmäßig mit Farbe zu füllen und sorgt für die sig­nifikante Struktur ihrer Arbeiten. Gleichzeitig schreibt er der teilweise dieser Welt entrückt wirkenden Kunst die Grenzen des menschlichen Körpers ein. Der einzelne Pinsel- oder besser gesagt Besenstrich – endet dort, wo Ruth Campau nicht mehr hinreicht.  Im Anschluss an diesen außergewöhnlichen Malprozess zerlegt die Künstlerin ihre Malerei in einzelne Pan­ele. Diese setzt sie teilweise vor Ort neu zusammen, wodurch sie Werke entstehen lässt, die den Genius loci der jeweiligen Umgebung aufgreifen und miteinbeziehen. So hängen ihre Werke nicht immer brav gerahmt an der Wand, sondern liegen mitunter auf dem Boden, kriechen eine Wand empor oder hängen von der Decke herab. Manche davon sind real bege­hbar, andere laden zum kontemplativen Versenken ein. Hinter der nur scheinbaren Einfach­heit verbirgt sich eine komplexe Vielschichtigkeit – ebenso, wie sich hinter den komponierten Landschaftsgemälden Caspar David Friedrichs immer auch mehr verbirgt, als das scheinbar naturgetreue Abbild der Landschaft ansich. 

Überzeugen Sie sich selbst!

 

 

Mit bestem Dank an Galerie Knut Hartwich in Sellin auf Rügen, und an die Künstlerin Ruth Campau.

 

 

WHITE © Ruth Campau  2019

 

 

Vita/Ausbildung:

 

1955    geboren auf der Insel Mors, Dänemark

2000 – 2005   
Studium der Kunstgeschichte an der Offenen Universität Kopenhagen

seit 2002   
Mitglied der Dänischen Künstler Gesellschaft

seit 2006   
Mitglied des Grønningen Künstlerkollektiv-Verbands

2006 – 2009   
Künstlerische Beraterin und Mitglied des Empfehlungs-Komittées der UBST/ der Dänischen Universitäts- und Besitz-Agentur

2005 – 2011   
Mitglied des Dänischen Akademiekonzils und der Jury der Dänischen Künstlergesellschaft (Vorsitzende von 2008 – 2011)

seit 2011   
Mitglied der Dänisch Königlichen Akademie der Schönen Künste

seit 2013   
Mitglied des Akademiekonzils

lebt und arbeitet in Kopenhagen

 

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)

2015    Interstellar, Gether Contemporary, Kopenhagen, DK

2015    Between The Past and The Coming, Overgaden, Institut für Zeitgenössische Kunst, Kopenhagen, DK

2014    Vertical, Marianne Friis Gallery, Kopenhagen, DK

2011    Pearl, PS Projectspace, Amsterdam, NL

2011    Velvet Mirror and Diamonds, Asbeak AAC Showroom, Kopenhagen, DK

2010    Mit Museum, KUNSTEN Museum of Modern Art, Aalborg, DK

2007    Neighboorhood & Grass, Brænderigården, Viborg, DK

2006    Curtain, Ostseebad Sellin auf Rügen, D

2005    Galerie Hartwich Rügen, D

2004    SPACE BAR, Paintbox extensions, Kopenhagen, DK

2001    Yellow, Red, Cigar, Overgaden, Kopenhagen, DK

2000    Spiritual Kitchen, PAINTBOX, Kopenhagen, DK

1996    Humid Zone, Overgaden, Kopenhagen, DK

 

Gruppenausstellungen (Auswahl):

2015    Quartet, Esbjerg Kunstmuseum, Esbjerg, DK

2015    Eccentric Abstraction, FeldbuschWiesner Galerie, Berlin, D

2014    Edition Norm Issue N°3/2014, Berlin, D

2013    Baltic Sea Record 2013, Stadtgalerie Kiel, D

2013    Sculpture by the Sea, Aarhus, DK

2013    Arkitektonisk Stuegang, Designmuseum Danmark, Kopenhagen, DK

2012    Co Lab, The Barker Hanger, Los Angeles, USA

2012    Shaped by Time, Nationalmuseum, Kopenhagen, DK

2008    ROUNDABOUT, Contemporary Exhibition Space, Berlin, D

2008    Grønningen, Kunstmuseum Bornholm, DK

2007    Young Blood, PS Projectspace, Amsterdam, NL

2005    SPLASH, BOX 2.0, Kopenhagen, DK 

2004    Farbfilm 2004 – Abstraktion III, Kunstverein Schloss Plön & Schloss Plüschow, Niedenstein, D

2003    Vierzig mal, Kunstverein Rügen, Putbus, D

2003    Norther Malerei, Galerie Hartwich, Sellin auf Rügen, D

2001    Efterårsudstillingen, Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen, DK

2001    Norther Malerei, Galerie Hartwich, Sellin auf Rügen, D

1999    PAINTBOX, Kopenhagen, DK

 

Ortsspezifische Arbeiten im öffentlichen Raum (Auswahl):

2016- Handwoven stories from the colorfields make the blanket warm. Hvidovre-Kranken­haus, Kopenhagen, DK

2014    Concrete Poetry. Ortsspezifische Dekoration des Atriums des VUC, Vejle Campus, DK. Architekten: Cubo

2014    Nul Ét. Dekoration für UNI:C, Nationale Agentur für IT und Lernen, Dänisches Bil­dungsministerium, Kopenhagen, DK

2012    Every Colour You Are, (vol. II). Farbschema für das Foyer im Civilstyrelsen, Kopen­hagen, DK

2011    Puzzle. Ortsspezifische Dekoration der Rezeption von LETT, Kopenhagen, DK

2007 – 08    Contemplation. Ortsspezifische Dekoration der Kirche des Nationalkranken­hauses, Kopenhagen, DK, Architekt: Mathilde Petri, Gebäudebesitzer: Nationalkrankenhaus, Spende der Neuen Carlsberg Stiftung        

 

Stipendien, Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

2015    Ole Haslunds Kunstnerfond, Ehrenstipendium

2015    Aufenthalt an der Accademia di Danimarca, Rom, IT

2015    15. Juni Fonden

2013    Aufenthalt am ISCP International Studio and Curatorial Program, New York, USA

2013    Grosserer L.F. Foghts Fond

2012    Aufenthalt in Can Lis, Mallorca

2012    Mogens Zielers Fond, Ehrenstipendium

2008    Die Dänische Kunststiftung, 3-Jahres-Stipendium

 

 

 

 

Walter Herzog

Grafik und Zeichnung

 

26. Januar – 22. April 2019

 

Eröffnung: 26. Januar,
im Caspar-David-Friedrich-Zentrum um 14.00 Uhr

 

 

Walter Herzog wuchs nach der Zerstörung Dresdens in einem Vorort der Stadt auf. Die ländliche Umgebung scheint ihn langfristig geprägt zu haben, denn insbesondere die Natur spielt eine zentrale Rolle in seinem Werk. Seine Nähe zu den Romantikern des 19. Jahrhunderts ist überdeutlich und es gibt eine Reihe von Radierungen, die sich direkt auf Bilder von Caspar David Friedrich beziehen, sowohl in seiner Motivwahl, als auch thematisch.

Bei Herzog wechseln sich Fels, Meeres- und Flusslandschaften mit zuweilen üppigen Baumgruppen oder sich vereinzelnden Bäumen, Steinen, Wurzeln oder Geäst ab. Auch architektonische Details wie Brücken, Treppen und Ruinen sind in seinen Arbeiten zu finden, meist an einsamen, verlassenen und verwunschenen Orten und oft schon von Pflanzen überwuchert. Dabei zeigen seine Grafiken und Zeichnungen vor allem heimische Landschaften, wie beispielsweise Rügen oder die Sächsische Schweiz – Regionen, an denen  Caspar David Friedrich vor über 200 Jahren ebenfalls wanderte und zeichnete.

Walter Herzog ist ein renommierter Zeichner und Radierer. Seine als Ätzradierungen angelegten Blätter fußen auf äußerst dichten und detailreichen Zeichnungen, die in der graphischen Umsetzung gekonnt Räume frei lassen, in denen der Betrachter  seine eigenen Empfindungen einbringen kann. In ihrer Bildhaftigkeit zeigen die Grafiken, was sich hinter dem Offensichtlichen verbirgt  und so werden Herzogs Bilder zu Metaphern des Werdens und Vergehens.

Walter Herzog nahm schon früh an Zeichenkursen teil, doch entschied er sich 1957  für ein Architekturstudium an der TU Dresden. Viele Jahre war er in dieser Profession tätig. 1971 begann er mit seinen ersten Radierungen und seit 1980 ist er ausschließlich als freier Grafiker tätig. Walter Herzog kann auf ein umfangreiches Œuvre und auf eine beträchtliche Ausstellungstätigkeit zurückblicken; zahlreiche Arbeiten befinden sich im Besitz von Museen und öffentlichen Sammlungen. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

 

 

 

Walter Herzog Uttenwalder Grund, 78 x 57 cm, 1996, lavierte Federzeichnung

 

 

Vita/Ausbildung:

1936
geboren in Dresden

1945
Erlebnis der Zerstörung Dresdens

1950-1953
Maurerlehre und Gesellentätigkeit, Zeichenkurse bei Etha Richter

1953-1956
Fachschule für Bauwesen in Görlitz

1956-1957
Erste Reisen nach Frankreich und Italien

1957-1960
Architekturstudium an der Technischen Universität Dresden, Malerei und Grafik bei Georg Nerlich

1961
Architekt in Dresden

1963
Übersiedlung nach Berlin, Bauten im Berliner Stadtzentrum und in Berlin-Karlshorst

1965
Eheschließung mit der Architektin Christine Förster

1966
Geburt der Tochter Antonia

1967
Promotion

1969
Wiederaufnahme der künstlerischen Tätigkeit

1971
Erste Radierungen

1974
Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, erste Einzelausstellung

1978
Studienreise nach Italien

1980
Beendigung der Arbeit als Architekt, seitdem freischaffender Grafiker und Zeichner

1984
Herausgabe des Gesamtverzeichnisses der grafischen Arbeiten 1971-1983

1995
Intensives Zeichnen nach Skulpturen, besonders der Antike und Renaissance

1998
Werkverzeichnis der Radierungen 1983-1997

seit 2003
Figürliche Darstellungen

seit 2006
Tierstudien

2008
Werkverzeichnis der Radierungen und Zeichnungen 2002-2008

2009
Verleihung des Kunstpreises der Stadt Wernigerode

2011
Retrospektive zum 75. Geburtstag im Panorama Museum Bad Frankenhausen

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 1974: Winckelmann-Museum, Stendal
  • 1975: Galerie Arkade, Berlin
  • 1976: Kulturhistorisches Museum Magdeburg
  • 1981: Museum der bildenden Künste, Leipzig (Kabinettausstellung)
  • 1986: Galerie Unter den Linden, Berlin
  • 1987: Galerie Schmidt-Rottluff, Chemnitz
  • 1991: Leonhardi-Museum, Dresden
  • 1997: Schloß Branitz, Cottbus
  • 1999: Galerie art & form, Dresden
  • 2000: Museum der Stadt Güstrow
  • 2002: Kunstsammlung der Burg Beeskow
  • 2003: Kunsthalle im Schloss Isny
  • 2004: Orangerie im Barockgarten Großsedlitz, Heidenau
  • 2008: Festung Königstein
  • 2011: Panorama-Museum Bad Frankenhausen
  • 2014: Galerie Sophienholm, Kopenhagen
  • 2016: Berliner Graphikpresse

 

 

 

 

2018

 

 

2017

 

 

2016

 

 

2015

 

 

2014

 

 

2013

 

 

2012

 

 

2011