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23.9.2019, 19:15 von TM

Die Friedrichs in Greifswald

Sonderausstellung im Familienkabinett

Zu den beiden Gemälden der Sonderausstellung „Die Friedrichs in Dresden“

Caspar David Friedrich hatte seit 1798 seinen Wohnsitz in Dresden und lebte, abgesehen von mehreren Reisen in seine pommersche Heimat und nach Böhmen, in der Elbmetropole bis zu seinem Tod 1840. Dass jedoch auch die meisten seiner Familienmitglieder in Dresden lebten und ebenfalls künstlerisch tätig waren, ist einer breiteren Öffentlichkeit wohl erst durch die von Dagmar Lißke kuratierte Ausstellung „Die Künstler der Familie Friedrich“ im Friedrich-Zentrum im Jahre 2014 bekannt geworden.

 

Es ist der Friedrich-Gesellschaft nunmehr gelungen, für eine bis Ende Dezember 2019 dauernde Sonderausstellung zwei Gemälde nach Greifswald als Leihgabe ins Friedrich-Zentrum zu holen, die jeweils von Friedrichs Sohn und Enkel geschaffen wurden und die beide Dresdner Motive zeigen. Es handelt sich dabei zum einen um das „Nymphenbad am Dresdner Zwinger“ von Gustav Adolf Friedrich, dem einzigen Sohn Caspar Davids, sowie um das Gemälde „Die Frauenkirche“ von Harald Friedrich, dem Sohn Gustav Adolfs und damit Enkel Caspar Davids, der der letzte männliche Namensträger der Friedrichs in direkter Linie war.

 

Gemälde 1

„Das Nymphenbad am Dresdner Zwinger“ von Gustav Adolf Friedrich,
Bildmaße 46 × 31 cm, rechts unten monogrammiert mit „AF“ und datiert auf 1868

 

 

Ein wesentliches Anliegen des Impressionismus war es, die Gestalthaftigkeit von Licht nachzuweisen. Die Dinge auf diesem Gemälde wie etwa die Wolken am Himmel sollten in eine regelrecht „elektrische“ Spannung versetzt werden, aus der sie jederzeit eine Veränderung ihrer Lage erfahren können. So schien es auch für Gustav Adolf Friedrich von Bedeutung zu sein, die Blätter auf der steinernen Treppe genau so zu malen, dass sie wie gerade eben erst dort hingeweht erscheinen. Auch das Licht auf der Mauer links sollte so dargestellt werden, dass es sich zum direkt danebenliegenden Schatten einerseits abgrenzt und andererseits jeder Betrachter den Eindruck bekommt, dass im nächsten Augenblick sich diese Situation schon wieder völlig verändert haben könnte. Genau dieses Fragile und Momenthafte hat Adolf Friedrich in seiner Darstellung des damals verfallenen und von Pflanzen überwucherten Nymphenbades im Dresdner Zwinger virtuos dargestellt. Sehr gekonnt wird überdies eine Dynamisierung des Bildraums durch die aus- und einschwingenden Treppenläufe erreicht und damit zugleich dem „barocken“ Lebensgefühl des augusteischen Zeitalters gehuldigt, das in dieser Zeit, als das Gemälde entstand, bereits seit 150 Jahren Vergangenheit war. Auch Friedrichs Malerkollege, der Berliner Adolph Menzel, hat die damalige verfallene Pracht des Nymphenbades fasziniert, was er in zahlreichen Studien festgehalten hat. Dass Gustav Adolf Friedrich die Treppe des Nymphenbades noch dazu in eine herbstliche Färbung eintaucht, lässt den Betrachter dieses Moment des Vergänglichen, die wehmütige Erinnerung an ein früheres, als ein so glänzend empfundenes Zeitalter erspüren und verleiht damit der ganzen Szene einen Hauch von Romantik. 

 

Gustav Adolf Friedrich (1824-1889) studierte an der Dresdner Akademie und blieb zeitlebens seiner Heimatstadt verbunden. Der später als Portrait-, Genre- und Landschaftsmaler tätige Künstler galt Mitte des 19. Jahrhunderts als ein Experte für Pferdemalerei. Dass er auch ein Maler für solche stimmungsvollen und malerisch hochqualitativen Momentaufnahmen war, ist hingegen weniger bekannt. Auch Gustav Adolfs Ehefrau Caroline Friedrich (1828–1914) war eine in Dresden bekannte Malerin, die sich insbesondere der Darstellung von Blumen widmete und sich auch an den Ausstellungen der dortigen Akademie der Künste beteiligte.

 

Gemälde 2

„Die Frauenkirche in Dresden“ von Harald Friedrich,
Bildmaße 98 × 72 cm, rechts unten signiert, rückseitig mit Besitzernachweis

 

 

Das großformatige Gemälde zeigt die Dresdner Frauenkirche, aber nicht in frontaler Ansicht, sondern von Ferne durch die Rampische Gasse fixiert, an deren rechter Seite die monumentale Kuppel des Kirchengebäudes hinter einer Häuserreihe aufscheint. Rechts davon ragt mit seinem hohen Mansarddach eines der wichtigsten Wohngebäude des barocken Dresden auf, die Rampische Gasse 33, in der einst Graf Wackerbarth wohnte. Harald Friedrich hat hier demnach einen geradezu klassisch gewordenen und auch auf vielen Postkarten festgehaltenen Blick auf seine Heimatstadt gewählt. Ob das Gemälde nach solchen Fotografien entstanden ist oder tatsächlich vor Ort gemalt wurde, das dürfte nicht zu klären sein. Jedenfalls ist auf der linken Seite noch nicht der Bau des Polizeipräsidiums zu sehen, welches erst ab 1895 entstand und somit einen Hinweis auf die Entstehung des Gemäldes vor diesem Jahr deutet. Dennoch scheint Harald Friedrich in diesem Werk bereits die Malerei des Historismus überwunden haben: Die Gaslaternen deuten ebenso wie die Rauchschwaden der Schornsteine oder der graue, unrepräsentative Strassenbelag einen Realismus an, der fast schon auf Stillagen hindeutet, für die Dresden erst Jahrzehnte später bekannt wird. Gemeint ist hier vor allem die Neue Sachlichkeit ab den 1920er Jahren. Auch an Harald Friderichs Gemälden zeigt sich somit eine moderne Auffassung, in der das barocke Dresden nicht mehr im Sinne etwa Anton von Werners glorifiziert wird, sondern vielmehr die barocken Bauten in die aktuelle, durchaus tristere Gegenwart versetzt sind.

 

Harald Friedrich (1858-1933) war der einzige Sohn von Gustav Adolf Friedrich und damit der einzige Enkel Caspar David Friedrichs, der den Familiennamen weiterführte. Nach dem Studium in seiner Heimatstadt Dresden von 1876 bis 1880 war er in den Ausstellungen der Dresdner Akademie mit eigenen Werken vertreten. Nach Studienaufenthalten unter anderem im Meisteratelier von Anton von Werner in Berlin war er ab 1886 an der Technischen Hochschule Hannover tätig, wo er ab 1895 eine ordentliche Professur für Freihandzeichnen, Figurenzeichnen und Aktzeichnen für Studenten technischer Berufe innehatte. Mit seiner einzigen Tochter Anneliese Friedrich, einer Geigerin, starb 1977 die direkte Namenslinie der Familie Friedrich aus.

 

7.5.2019, 09:55 von TM

Caspar-David-Friedrich-Preisträgerin 2019

Mirjam Kroker

Mirjam Kroker, Studentin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, ist die Caspar-David-Friedrich-Preisträgerin 2019.
Um den Caspar-David-Friedrich-Preis 2019 haben sich 45 Studierende aus Greifswald, Kopenhagen und Dresden, den Studienorten Caspar-David-Friedrichs, beworben.

Der Kunstpreis ist mit 2.500 Euro, einer Postkartenserie und einer Ausstellung dotiert. Er wird Anfang Oktober 2019 in Zusammenhang mit der Ausstellung der Preisträgerin in der Galerie des Caspar-David-Friedrich-Zentrums in Greifswald verliehen.

Mirjam Kroker hat sich mit den Installationen „Five Figures Of Thoughts. The cloud as semiotic operator“, „Parallel Universe“ und dem Video „Fliegen in Eis“ beworben.

Die Künstlerin beschäftigt sich speziell mit existentiellen Situationen und sucht zuweilen die Einsamkeit und das Alleinsein. Sie fragt nach der Bedeutung der Dinge und bringt sie in einen gegenwärtigen Zusammenhang, z.B. Himmel und Wolken in Verbindung zur Cloud als digitaler Speicherplatz.

Ihre Arbeiten bewegen sich in einem großen Spannungsraum und in einem anhaltenden Prozess der Recherche. Reisen dienen als eine Art Ausgangspunkt der Arbeit. Trotz existentieller Fragestellungen ist sie in ihrer Arbeit auch spielerisch und humorvoll, manchmal mit einem Hang zum Absurden.

Die Jury wertete Mirjam Krokers Wettbewerbsbeitrag als sehr eigenwillige künstlerische Auseinandersetzung mit Themen der Umwelt und der Kunst. Mit ihren Arbeiten bringt sie die romantische Tradition der Landschaft in die Gegenwart und verbindet diese mit den Konflikten der heutigen Zeit.

6.10.2018, 11:31 von SP

Zu Gast in der Landesvertretung MV in Berlin

 

Zum Tag der deutschen Einheit ludt das Land Berlin zu einem großen Bürgerfest in das Berliner Regierungsviertel ein. Auch die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern öffnet in den Berliner Ministergärten ihre Türen.

 

Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum war mit einem Stand zu Gast und präsentierte zahlreiche Informationen über die Arbeit im Zentrum und natürlich auch den Künstler Caspar David Friedrich. Passend zur Tradition des Lichteziehens in Friedrichs Geburtshaus konnten die Besucher am Stand auch selbst kreativ werden und Bienenwachskerzen drehen.

 

Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig interessierte sich sehr für die Arbeit des Zentrums. Neben zahlreichen Informationen wurde ihr von der Leiterin Susanne Papenfuss auch das Kinderbuch "Ein Mensch am Meer" vorgestellt, welches 2016 im Rahmen eines Buchprojekts mit der Caspar-David-Friedrich Schule Greifswald entstanden ist.

 

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu Besuch am Stand des CDF-Zentrums
v.l.: Susanne Papenfuss (Leiterin des CDF-Zentrums), Martin Schröter (2. Vorsitzender des TVV), Manuela Schwesig (Ministerpräsidentin MV), "Caspar David Friedrich"

10.4.2018, 12:47 von SP

Spende des Rotary Clubs Greifswald an die CDF-Gesellschaft

(v.l.): Peter Diedrich (Mitglied Rotary Club Greifswald), Barbara Resch (Schatzmeisterin CDF-Gesellschaft), Frank Marckwardt (Präsident Rotary Club Greifswald), Melanie Rocksien-Riad (Mitglied Rotary Club Greifswald), Günter Pust (Club-Meister Rotary Club Greifswald), Dr. Athur König (stellvertretender Vorsitzender CDF-Gesellschaft).

 

Der Präsident des Rotary Clubs Greifswald - Caspar David Friedrich Frank Marckwardt, Club-Meister Günter Pust und die Club-Mitglieder Peter Diedrich und Melanie Rocksien-Riad überreichten dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Arthur König und der Schatzmeisterin der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e. V., Barbara Resch, eine Spende in Höhe von 4.000,00 Euro. Die Spendengelder sind Ende 2017 durch den Verkauf des Caspar-David-Friedrich-Adventskalenders, der jährlich vom Rotary Clubs Greifswald - Caspar David Friedrich herausgegeben wird, gesammelt worden. Die Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft wird die Spende für die Gestaltung des kunstpädagogischen Kabinetts einsetzen, welches am 5. September 2018 als neuer Teil der ständigen Ausstellung im Caspar-David-Friedrich-Zentrum eröffnet wird.


Im kunstpädagogischen Kabinett soll Caspar David Friedrichs zeichnerische Ausbildung vor allem in Greifswald unter Johann Gottfried Quistorp genauer beleuchtet werden. Hier können Schüler und Interessierte sich über die Bedeutung des Zeichnens im 19. Jahrhundert informieren und zeichnerische Studien an z. B. Gipsmodellen selbst vornehmen. Auch die Funktionsweise von optischen Geräte wie die der Camera Obscura und der Camera Lucida sollen in dem neuen Ausstellungsraum erklärt und ausprobiert werden können.

 

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Mitgliedern des Rotary Clubs Greifswald - Caspar David Friedrich für die Idee und für die Spende und bei allen, die mit dem Erwerb eines Adventskalenders zum Gelingen der Aktion beigetragen haben!